Geschichte und Entstehung
Eltern von Kindern mit Behinderung machten sich im März 1987
darüber Gedanken, in welchen Kindergarten bzw. in welche
Sondereinrichtung ihr Kind gehen würde. Sie informierten sich in
Sondereinrichtungen und integrativen Einrichtungen in Bayern. Die
Eltern wollten nun auch in Unterfranken einen Kindergarten einrichten,
in dem Kinder mit und ohne Behinderung miteinander leben und lernen.
In einer sechsmonatigen Vorbereitungszeit wurde ein Konzept erarbeitet,
in dem die Ziele und Rahmenbedingungen festgelegt wurden. Am 20.04.1988
fand dann die Gründungsversammlung des Vereins „Integrativer
Kindergarten“ statt. Es waren 11 Gründungsmitglieder
anwesend. die sich in Sondereinrichtungen und integrativen
Einrichtungen in Bayern informiert hatten. Durch ein kostenloses
Darlehen (Spender will nicht genannt werden) in Höhe von 30.000,00
DM ohne Zins und Sicherheit, war die Finanzierung für die
erste Zeit gesichert. Nach einem halben Jahr konnte das Darlehen in
einer stillen Feierstunde zurückgegeben werden.
Unter der Trägerschaft des Vereins konnte im Herbst 1988 der
Kindergarten eingruppig in Räumen des
Körperbehindertenzentrums Berner Str. mit 15 Kindern starten. 1990
zog der Kindergarten in Räume in die Max-Mengeringhausen-Str. um
und die evang. Kirchengemeinde Gethsemane Heuchelhof übernahm die
Trägerschaft. Es wurde ein besonderes Modell der Mitbestimmung
gefunden - das Leitungsgremium. Dieses ist paritätisch besetzt von
Mitgliedern der Kirchengemeinde, des Vereins, des Kindergartenteams und
des Elternbeirats.
Mehrere Jahre lang bastelten die Vereinsmitglieder jedes Jahr aufs Neue
fleißig, um auf den Weihnachtsbasar am Weihnachtsmarkt
mitzumachen. Dadurch konnten die Finanzen aufgebessert werden.
Die Stadt eröffnete die Möglichkeit den Kindergarten auf 2
Gruppen zu erweitern und in einen Neubau im Wohngebiet Bukarester Str.
umzuziehen. In gemeinsamer Planung und tatkräftiger
Unterstützung von Eltern entstanden wunderschöne Räume
und Außenbereiche. Der
Integrative
Kindergarten Vogelshof ist seit September 1997 dort zu finden.

Baubesprechungen im Rohbau
Im Juni 2004 beschließt die Mitgliederversammlung eine
Umbenennung in
Vielfalt leben e. V
Integration von Kindern mit und ohne Behinderung
Die Namensänderung ist ein Zeichen für die Veränderung
und Weiterentwicklung der Idee der Integration. Es ist normal,
verschieden zu sein und diese Vielfalt soll nicht durch die Einteilung
in „Normale“ und „Andersartige“ getrennt
werden. Wir setzen uns veränderte Rahmenbedingungen ein, die alle
am Reichtum menschlicher Vielfalt teilhaben lassen. Dabei
beschränken wir uns nicht nur auf das Kindergartenalter. Auch in
der Schule, im Beruf und vor allem im Alltag müssen zugunsten
aller neue Wege erdacht, entwickelt und umgesetzt werden, damit ein
gemeinsames, vielgestaltiges Leben möglich wird.